und trotzdem verschlinge ich jedes einzelne Buch!
Man weiß genau, was kommt. Man hat es schon tausend Mal gelesen. Und trotzdem? Bleibt man bis tief in die Nacht wach, blättert Seite um Seite, und will mehr. Willkommen in der Welt der BookTok-Tropes, die wir lieben, hassen … und nicht loswerden.
Was sind BookTok-Tropes überhaupt?
Trope bedeutet übersetzt nicht mehr als ein wiederkehrendes erzählerisches Muster. In der Literatur: Klischees mit Ansage. Und gerade auf BookTok, der buchverrückten Ecke von TikTok, feiern diese Tropes aktuell eine regelrechte Hochkonjunktur. Aber warum eigentlich?
Ganz einfach: Sie liefern genau das, was man emotional gerade braucht. Ob Eskapismus, Aufregung oder Herzschmer. BookTok weiß, wie man Lesende triggert. Im Guten wie im Schlechten.
1. „Enemies to Lovers“ – Klischee oder Krönung?
Warum wir’s lieben: Es knistert, es kracht, es explodiert und am Ende küsst man sich trotzdem. Oder genau deshalb.
Warum es nervt: Wie oft können sich zwei Menschen bitte hassen und dann verlieben, ohne dass es toxisch wirkt?
Buch, das es trotzdem perfekt umsetzt:
➡️ Powerless – Lauren Roberts *
2. Der mysteriöse Bad Boy mit dunkler Vergangenheit
BookTok liebt ihn. Ob als Dämon, Mafiaboss oder sportlicher Einzelgänger mit tragischer Kindheit – er leidet, also lieben wir ihn.
Aber mal ehrlich: Ein offenes Gespräch würde 80 % des Dramas lösen.
Und doch: Wenn er plötzlich verletzlich wird … schmilzt man dahin.
Beispiel, das überraschend viel Tiefe bietet:
➡️ Dark Prince – J. S. Wonda
3. „Touch her and you die“ – oder: Besitzdenken mit Kussszene
Emotionaler Kick: Man fühlt sich beschützt, begehrt, irgendwie archaisch und intensiv.
Problematisch? Vielleicht. Aber dieser Satz hat auf BookTok längst Kultstatus. Und triggert genau das primitive Gefühl von bedingungsloser Loyalität.
Ein Roman, der das auf die Spitze treibt:
➡️ Haunting Adeline – H. D. Carlton *
4. Das stille Mädchen & der arrogante Typ
Sie liest Bücher. Er ignoriert alle Regeln. Und natürlich treffen sich ihre Welten – zufällig.
Realistisch? Nein.
Suchtpotenzial? Hoch.
Wir lesen’s trotzdem. Weil es sich so gut anfühlt, gerettet zu werden und dabei selbst stark zu bleiben.
Tropen-Märchen mit feministischer Note:
➡️ Begin Again – Mona Kasten *
5. Fake Dating – wir wissen doch, wie’s endet!
Zwei tun so, als wären sie zusammen und verlieben sich. Die Prämisse klingt immer gleich. Und trotzdem: Dieses Prickeln, wenn echte Gefühle durchbrechen, ist einfach nicht zu toppen.
Spoiler: Ja, sie küssen sich irgendwann. Und wir klatschen innerlich Beifall.
Ein Fake-Date mit echtem Tiefgang:
➡️ Help me to Love – D.C. Odsza *
Warum wir die BookTook-Tropes lieben – obwohl sie uns wahnsinnig machen
Weil sie emotional sicher sind. Weil wir wissen, dass am Ende (meist) alles gut wird. Und weil sie unsere eigenen Fantasien bedienen – egal ob romantisch, rebellisch oder vollkommen unrealistisch.
BookTok-Tropes sind wie Comfort Food: nicht immer gesund, aber unfassbar befriedigend.
Fazit: Ja, es ist vorhersehbar. Und nein, wir wollen es nicht anders.
Du kannst mit dem Kopf schütteln, Augen rollen oder genervt das Buch zuklappen – aber am Ende? Liest du doch den nächsten Band. Oder suchst dir das nächste Buch mit genau dem Trope, den du angeblich so gar nicht mehr sehen kannst.
Und das ist okay. Bücher dürfen unterhalten. Bücher dürfen klischeehaft sein. Solange sie etwas in uns auslösen, haben sie ihren Job gemacht.
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